Heise 17.06.2026
07:00 Uhr

heise+ | Batterien für E-Autos: Natrium – Ersatz für den kritischen Rohstoff Lithium?


Natrium-Ionen-Batterien sind volumetrisch noch weniger energiedicht als LFP-Akkus, aber kaum kälteempfindlich. Können sie den Rohstoff Lithium ersetzen?

heise+ | Batterien für E-Autos: Natrium – Ersatz für den kritischen Rohstoff Lithium?

Die Traktionsbatterie ist der wichtigste und teuerste Bestandteil eines Elektroautos. An dieser Technologie entscheidet sich die Zukunft des Automobils, und China ist auf diesem Gebiet Marktführer. Auch die deutsche Automobilindustrie ist darauf angewiesen, verlorenen Boden wiedergutzumachen. Der zweite Teil unseres Themenschwerpunkts erläutert den Forschungsstand bei der Natrium-Ionen-Batterie.

Der Preis für Lithiumhydroxid steigt neuerdings wieder: Für eine Tonne des wichtigsten Ausgangsmaterials für Batteriezellen müssen ungefähr 21.000 Euro gezahlt werden. Je nach Energieinhalt sind in einem Elektroauto fünf, zehn oder bis zu 20 kg verbaut. Die Welt ist abhängig von Lithiumhydroxid, dem batteriefähigen Endprodukt, das in Raffinerien vorwiegend in China hergestellt wird. Die Abhängigkeit von diesem Rohstoff ist also enorm. Aber es gibt eine Alternative: Natrium. Kann das eine Alkalimetall das andere ersetzen?

Mercedes

Während der Covid-Pandemie schoss der Marktpreis für Lithiumhydroxid nach oben. Der Peak im November 2022 lag bei umgerechnet rund 76.000 Euro pro Tonne. Zuvor, und nach dem Boom, der wahrscheinlich auch das Ergebnis von Spekulation an der Rohstoffbörse war, lag der Kurs bei rund 11.000 Euro. In China, wo die Batterieproduktion fest zur staatlichen Gesamtstrategie gehört, hat der plötzliche Anstieg des Lithiumhydroxidpreises zu einem Schock geführt. Die Entwickler begannen, intensiv an Natrium als Ersatz zu forschen.